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Gezeiten

Unter den Gezeiten versteht man von den Gezeitenkräften angetriebene, sich regelmäßig wiederholende, großflächige Wasserbewegungen der Meere. Die Zeiten zwischen Hoch- und Niedrigwasser werden dabei als Ebbe, die Zeiträume zwischen Niedrig- und Hochwasser als Flut bezeichnet.

Die auf die Erde wirkenden Gezeiten verursachenden Kräfte werden von der gegenseitigen Massenanziehung zwischen Erde und Mond beziehungsweise Sonne verursacht. Die Masse der Erde ist auch im Vergleich zur Masse des Mondes aber auch noch zur viel größeren Masse der Sonne groß genug, dass die Gravitationskräfte von Mond und Sonne nicht an allen Stellen gleich sind und folglich Gezeitenkräfte entstehen.

Obwohl die Sonne circa 370 mal weiter von der Erde entfernt ist als der Mond, verursacht unser Zentralgestirn doch Gezeitenkräfte, die annähernd halb so groß wie die vom Mond stammenden sind.
Dies liegt in der Tatsache begründet, dass die Sonne in etwa die 27 Millionenfache Masse des Modes besitzt.

Die Gezeitenkräfte ändern sich an verschiedenen Punkten der Oberfläche unseres Planeten infolge der Drehung der Erde regelmäßig und heben und senken die Meeresspiegel periodisch.
Der beispielsweise vom Mond verursachte Hub beträgt in etwa 30 cm, die damit verbundenen Wasserströmungen führen jedoch an den Küsten zum Anstieg und Abfall des Wasserspiegels in der Größenordnung von mehreren Metern.
An besonders exponierten Stellen können bei entsprechender Küsten- und Meeresbodenform resonante Schwingungen mit sehr großem Tidenhub entstehen.

Die Lehre von den maritimen Gezeiten der Erde heißt Gezeitenkunde und ist Bestandteil einer nautischen Grundbildung.